Wanderung durch die Samaria Schlucht

Samaria Schlucht

Samaria Schlucht

Die Samaria-Schlucht liegt im Südwesten der Insel Kreta und gehört zu den längsten Schluchten Europas. Der Eingang der Schlucht befindet sich auf 1.200 m in der Nähe der Omalos Hochebene mitten in den Lefka Ori. Der Ausgang der Schlucht ist am libyschen Meer an der Südküste Kretas, unweit des Dorfes Agia Roumeli.

Vom Startpunkt bis zum Meer sind es ca. 16 km. Die Wanderung dauert je nach Training bzw.  Dauer der Pausen (Essen, Trinken, Fotografieren, Ausruhen) zwischen 5 und 7 Stunden. Dazu später mehr.

 

Samaria-Schlucht-Kreta

-Einstieg in die Samaria Schlucht-

 

Ausgang_Schlucht_Agia_Roumeli

-Ausgang der Schlucht bei Agia Roumeli-

 

Organisation der Tour

 

Man kann zum einen bei den zahlreichen Reiseveranstaltern und Anbietern eine organisierte Tour buchen. Wem das nicht gefällt oder wer etwas unabhängiger sein möchte, der muss sich überlegen, wie er von Chania zur ca. 40 km entfernten Samaria-Schlucht in den Lefka Ori kommt und wie er nach der Wanderung wieder zurück kommt. Eine gute Variante ist zum einen, das Auto auf einem dafür vorgesehenen Parkplatz in der Nähe von Omalos abzustellen. Denkbar ist aber auch, für 1-2 Nächte in den Bergen zu schlafen.

Wir haben es folgendermaßen gemacht: In der Omalos-Hochebene gibt es in dem Dorf Omalos ein paar einfache, aber schöne Hotels, z.B. das Neos Omalos. Von Chania fährt man ca. 75 min eine kurvenreiche Strecke bergauf bis zum Dorf.

Im Neos Omalos kann findet man einfache aber saubere Zimmer vor. Frühstück kann man auch buchen. Zum Abendessen kann man aus ein paar Gerichten auswählen, die einem die Kellnerin auflistet. Für die Wanderung durch die Samaria-Schlucht kann man sich mit Sandwiches eindecken.

 

Neos_Omalos

-Hotel Neos Omalos in Omalos (Omalos Plateau)-

 

Das Hotel-Personal ist sehr freundlich und sehr bemüht, alle Wünsche zu erfüllen. Morgens gibt es einen Shuttle-Bus, der einen zum wenige Kilometer entfernten Eingang der Schlucht fährt.

Wir haben die Tour so geplant, dass wir Abends um 17:30 Uhr die Fähre von Agia Roumeli (Ziel der Wanderung) nach Sougia nehmen und von dort mit einem Bus per 1-stündiger Fahrt nach Omalos zurückkehren. Die Busse in Sougia warten auf die ankommende Fähre. Für diese Tour muss man vom Verlassen des Hotels am Morgen bis zur Rückkehr am Abend ziemlich genau 12 Stunden einplanen.

Ebenfalls denkbar ist eine Übernachtung in Agia Roumeli und die Weiterreise per Fähre am nächsten Tag. Von Agia Roumeli gibt es eine Fähre Richtung Westen (Sougia, Paleochora) und eine Richtung Osten (Loutro, Chora Sfakia).

Es ist auch möglich, von Agia Roumeli Richtung Loutro und Chora Sfakia zu wandern. Über die Wanderung von Sfakia nach Loutro haben wir HIER berichtet.

 

Der Einstieg in die Schlucht

 

Per Shuttle-Bus geht es vom Dorf Omalos 5 Minuten hinauf zum Eingang der Schlucht. Hier muss man im Ticket- Häuschen ein Ticket i.H.v. 5,- € für die Samaria-Schlucht kaufen. Neben dem Ticket-Häuschen befindet sich das Nationalpark-Museum. Wer Muße hat, kann hier noch mal durchgehen und sich über die Schlucht informieren.

 

Ticketkauf_Samaria

-Tickethäuschen und daneben das Nationalpark-Museum-

 

Beim Einstieg in die Schlucht bei Xyloskalo muss man sich durch Abgabe eines Abreißzettels registrieren. Am Ende der Schlucht muss man wiederum einen Abreißzettel abgeben, so dass die Park-Ranger am Abend wissen, ob noch jemand in der Schlucht zurück geblieben ist.

 

Die Etappen der Wanderung durch die Samaria-Schlucht

 

Zum einen sind auf Steine die Kilometer aufgemalt, die man bereits zurückgelegt hat. Zum anderen gibt es aber auch Etappenstationen, auf denen die derzeitige Position mit einem roten Pfeil dargestellt wird und wie viele Kilometer es noch bis zum nächsten Etappenpunkt sind.

Nach dem Einstieg in die Schlucht heißen die Etappen:

 

  • Xyloskalo (1,7 km bis)
  • Netroutsiko (1,1 km bis)
  • Riza Sykias (0,9 km bis)
  • Agios Nikolaos (0,9 km bis)
  • Vrysi (1,3 km bis)
  • Primari (1,2 km bis)
  • Samaria (1,1 km bis)
  • Nero tis Perdikas (2,2 km bis)
  • Christos (2,8 km bis)
  • Agia Roumeli Exit (2,7 km bis)
  • Agia Roumeli

 

Von Xyloskalo (hölzerne Treppe) geht es erst mal in Serpentinen steil bergab. Man hat einen tollen Blick auf den 2080m hohen Gingilos. Der Pfad ist terrassenförmig mit Holzbalken im Boden angelegt und wird durch hölzerne Geländer abgesichert.  Auf Warnschildern wird vor herabstürzenden Steinen und Felsen gewarnt. Es wird empfohlen, schnell zu gehen, um das Risiko, von herabstürzenden Steinen getroffen zu werden,  zu senken. Einige Bereiche dieses ersten Stücks der Wanderung sind durch Maschendraht-Gitter gegen Steinschlag notdürftig gesichert.

 

Xyloskalo

-Xyloskalo, die hölzerne Treppe-

 

Warnschilder_Steinschlag

-Es wird immer wieder vor Steinschlag gewarnt-

 

Der Weg wird gesäumt durch Pinien / Brutiah-Kiefern. Man hat einen atemberaubenden Blick auf die Felsen der Schlucht und durchquert schon bald die ersten ausgetrockneten Flussbette.

 

Pinienwaelder

-Pinienwälder in der Samaria Schlucht-

 

Nach mehr als 3 km erreicht man die Kapelle Agios Nikolaos und ein 1991 entdecktes antikes Heiligtum. Die Funde deuten darauf hin, dass hier Opferriten stattgefunden haben. Im Bereich der Kapelle befindet sich zudem einer der prächtigsten Zypressenbestände der Insel Kreta.

 

Zypressen

-Wunderschöner Zypressen-Bestand-

Nach ca. 7 km erreicht man die Ruinen des unbewohnten Dorfes Samaria, das der Schlucht den Namen gegeben hat. Die Einwohner wurden in den 1960er Jahren umgesiedelt. Der Ort lädt zum Verweilen ein. Man kann auf Holzbänken und auf den Mauerresten sitzen und sein mitgebrachtes Proviant verzehren. Man trifft auch die wilden Ziegen Krikri, die es sich hier im Dorf bequem gemacht haben. In der Nähe gibt es auch einen Hubschrauberlandeplatz für Notfälle.

 

Dorf_Samaria

-Das verlassene Dorf Samaria-

 

Krikri

-Krikri, die wilden Ziegen auf Kreta-

 

Ab Kilometer 8 wandert man einen Großteil der Strecke durch oder entlang eines Flussbettes mit großen Steinen.

 

Flussbett

-Beschwerlicher Weg durch ausgetrocknete Flussbette-

 

Felswaende

-Steile Felswände-

 

Gegen Ende der Wanderung geht man über eine kleine Holzbrücke durch die Eiserne Pforte, einer 3m schmalen Stelle, an deren Seiten die Felswände der Schlucht 500m in die Höhe ragen.

Hier kommen einem auch Wanderer entgegen, die nicht die gesamte Strecke schaffen und vom Meer aus nur ein paar Kilometer in die Schlucht hinein wandern.

 

Eiserne_Pforte2

-Ein beeindruckender Anblick: Die eiserne Pforte-

 

Die_eiserne_Pforte

-Durch die eiserne Pforte fließt im Sommer ein kleiner Bach-

 

Eiserne_Pforte

-Kleine Holzbrücke durch die eiserne Pforte-

 

Die letzten 2 km geht man über eine Betonstraße bis zum Küstenort Agia Roumeli. Es werden auch Shuttle-Busse für 2,- € angeboten, allerdings sind die meisten Wanderer hierfür zu stolz.

 

In Agia Roumeli kann man sich die Zeit bis zur Abfahrt der Fähre um 17:30 Uhr mit sonnen, schwimmen oder einem Besuch der zahlreichen Tavernen vertreiben.

 

Agia_Roumeli

-Agia Roumeli ist erreicht-

 

Die Fahrt mit der Fähre bis Sougia dauert rund eine Stunde. Man fährt die steile und bergige Südküste Kretas entlang, bis man den Hafen in Sougia erreicht.

 

Suedkueste_Kretas

-Die Südküste Kretas - lybisches Meer-

 

Dort warten die Busse, die die Menschen nach Omalos oder Chania zurück bringen.

 

Ausrüstung, Fitnesszustand, Öffnungszeiten

 

Die Samaria-Schlucht ist nur von Anfang Mai bis Ende Oktober begehbar. Im Mai und Oktober kann es oben am Einstieg noch recht kühl sein. Temperaturunterschiede von 10 Grad Celsius zur Temperatur unten in Agia Roumeli sind normal. Von daher ist eine Jacke durchaus empfehlenswert. Auch sind (hohe) Wanderschuhe zu empfehlen, da man auf den rutschigen Steinen und dem durchweg unebenen Untergrund sehr leicht mit dem Fuß umknicken kann. Da man unterwegs nichts kaufen kann, sollte man Proviant mitnehmen. Die mitgeführte Wasserflasche kann man unterwegs an den etlichen Wasserhähnen auffüllen. In den Sommermonaten sollte man unbedingt an einen Sonnenschutz denken (Kappe plus Sonnencreme). Auch könnte Blasenpflaster helfen.

Im Prinzip sollte nur derjenige, der im Wandern trainiert ist und bereits längere Strecken auf ähnlichem Terrain bewältigt hat, die Tour angehen.

Menschen mittleren Alters ohne sportliche Erfahrung, Menschen mit Hüft-, Knie- oder Fußgelenksproblemen kann man nicht zu dieser Wanderung raten.